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Wer tippt da eigentlich?

Miriam Angel oder Leichenengel, das ist ein Widerspruch in sich: tot, doch lebendig, lebendig, doch tot; im Extrem der Gefühle, viel zu oft auf der dunklen Seite, im Versuch, das Licht zu erreichen - da lebe, schreibe, studiere ich.

1. Ich

Wo ich herkomme

Geboren im Mai 1988 im ländlichen Damme als Tochter einer Paraguayerin und eines Deutschen. Ich habe mich schon früh kreativ betätigt, habe Hörspiele verfasst, aufgenommen, für meine Freunde Zeitschriften erstellt, mich als Webmistress betätigt, Fanfictions geschrieben, Comics gezeichnet, Computerspiele entworfen.
Weil der Ernst des Lebens aber auch mich eingeholt hat, habe ich nach dem Abitur ein Jahr lang an der Kasse gejobbt, mich währenddessen um Ausbildungsplätze im medizinisch-psychiatrischen Bereich oder als Buchhänlderin bemüht und bin schließlich nach Siegen gegangen, wohin die Literatur-, Kultur und Medienwissenschaften mich lockten. Nach einem Semester voller Begegnungen mit der dunklen Seite meines Ichs und der Feststellung, dass mein Traumstudienfach die Psychologie ist und bleibt, zog ich nach Köln, um meinen Traum zu verwirklichen. Hier lebe, schreibe, studiere ich heute.

2. Ich

Was ich mag

Musik, um die Tage auszuhalten:
      Muse, Sirenia, Velcra, Adversus, Miime, Samsas Traum, Nightwish, Blackmail

Bücher, um abzutauchen:
     Mark Z. Danielewski - House of Leaves, Christine Grän - Die Hochstaplerin, Thea Dorn - Mädchenmörder

Bewundert:
     Georg Trakl; und zwar alles von Georg Trakl

3. Ich

Warum eigentlich "Leichenengel"? Und was hat es mit "Miriam Angel" auf sich?

Den Leichenengel habe ich gewählt, weil er so morbide klingt wie mein Schreibkram und ich sind. Er deutet an, womit ich mich auf diesen Seiten befasse: zerstörte Leben, Auswegslosigkeit, Dunkelheit, die Suche nach dem Weg ans Licht.
Gleichzeitig fasst er zusammen, was meine Persönlichkeit bewegt: lebendig und tot zugleich - abwechselnd alles und nichts fühlend, am Boden liegend und durch die Lüfte tanzend. Ein Widerspruch, ein Extrem.

Genauso ist Miriam Angel ein Pseudonym. Warum ein Pseudonym? Zum einen, weil ich meinen Geburtsnamen schlicht nicht mag und hier nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden möchte. Zum anderen, weil meine Namenswahl mehr über mich aussagt als mein realer Name es könnte. Die Geburtsstunde des Pseudonyms, meine Entdeckung der historischen Miriam Angel ist eng mit dem verknüpft, wofür ich als Künstlerin stehen möchte.

Ja, ich habe ein reales Vorbild. Eine tote Frau aus dem 19. Jahrhundert, um genau zu sein.

Miriam Angel wurde am 28. Juni 1887 tot in ihrem Zimmer aufgefunden, im sechsten Monat schwanger, mit Schaum von Salpetersäure vor dem Mund. Offensichtlich ermordet vom deutschstämmigen Juden Israel Lipski, den man bewusstlos neben ihr auffand - ebenfalls mit Spuren von Salpetersäure. Lipski beteuerte seine Unschuld, aber aufgrund von Antisemitismus und öffentlichem Druck ging man den Fakten im Fall Angel nicht näher nach, sondern verurteilte Lipski zum Tode durch Hängen.
Ein alter Zeitungsbericht.

Düster? Morbide? Schrecklich? Ja.
Aber nicht wert, verdrängt zu werden, unbeachtet zu bleiben.


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